
Unser Ohr ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Es ist unser Hörorgan und es sichert zudem unser Gleichgewicht. Unser Hörvermögen ist eine wichtige Grundlage für unser tägliches Lernen. Auch für unsere Gefühle und unsere geistige Vitalität ist es ganz entscheidend. Und es gibt uns Orientierung im Raum, beschützt uns vor Gefahren, lässt uns aufmerksam durch die Welt gehen.
Unser Ohr ist ein hoch kompliziertes System. Aufgebaut ist es aus drei Teilen: dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr:
Wie ein Trichter nimmt unsere Ohrmuschel (1) gesprochene Worte und andere Schallwellen auf. Die Wellen dringen in den Gehörgang (2) vor bis zum Trommelfell (3). Diese Membran, die das dahinter liegende Mittelohr vom äußeren Ohr luftdicht abtrennt, wird von den Schallwellen in Schwingung versetzt.
Im vorderen Teil unseres Gehörgangs sitzen Drüsen (4), die das Cerumen erzeugen – umgangssprachlich auch Ohrenschmalz genannt. Dieses Cerumen hat eine wichtige Funktion, denn es bindet eindringenden Staub und schützt unser Ohr vor Infektionen.
Übrigens, unser Ohr ist in der Lage, sich selbst zu reinigen. Verzichten Sie daher besser auf die Verwendung der üblichen Wattestäbchen; sie können die dünne Haut des Gehörgangs verletzen oder das Cerumen in den hinteren Teil des Gehörgangs schieben. Sollte tatsächlich eine Reinigung des Gehörgangs erforderlich sein, wenden Sie sich besser an Ihren Ohrenarzt.
Das Trommelfell (3) wandelt die ankommenden Schallwellen in mechanische Schwingungen um. Der umgewandelte Schall wird von drei winzigen, hinter dem Trommelfell liegenden Gehörknöchelchen (5) weitergeleitet – vom Hammer, vom Amboss und vom Steigbügel.
Ein weiteres Organ, das unmittelbar an unser Mittelohr anschließt, ist die sogenannte Ohrtrompete (6). Sie stellt die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum her. – Wenn wir schlucken oder gähnen, öffnet sich die Ohrtrompete automatisch. Der Luftdruck zwischen Außenwelt und Innenohr wird ausgeglichen. Unser Trommelfell bleibt dadurch beweglich.
Der bekannte „Druck auf den Ohren“ entsteht, wenn dieser Ausgleich nicht gegeben ist; etwa bei erheblichen Druckschwankungen, wie Sie sie beim Start eines Flugzeugs erleben können. Mitunter wölbt sich dann das Trommelfell schmerzhaft nach außen. Doch anhaltendes Schlucken schafft Linderung.
Hier sitzt die Cochlear, die so genannte Hörschnecke (7). Sie hat tatsächlich die Form einer kleinen Schnecke, besitzt ungefähr die Größe einer Erbse und ist mit einer Flüssigkeit gefüllt. Winzige Haarzellen in der Schnecke nehmen die Schallschwingungen auf. Der Schall wird in Nervenimpulse umgewandelt und über den Hörnerv (8) an unser Gehirn weitergeleitet. Erst hier wird er als Musik, Sprache oder auch Lärm identifiziert.
Die Bogengänge (9), die sich oberhalb der Schnecke befinden, gehören ebenfalls zum Innenohr. Sie sorgen für unser Gleichgewicht. Wird unser Gleichgewichtsorgan zu sehr beansprucht – etwa bei einer turbulenten Seereise oder bei einer Karussellfahrt, äußert sich das in Schwindelgefühl und Übelkeit.